Meine Geschichten!

Hier können Sie eine meiner Geschichten über die energetische Hausreinigung lesen. Somit bekommen Sie einen tieferen Einblick in meine Tätigkeit. Viel Freude beim Lesen! Weitere Veröffentlichung meiner Geschichten bitte nur nach Rücksprache.

Das Fischerhäuschen und der alte Seemann

 

An einem frühen Vormittag unter der Woche ging ich im Dezember am Strand spazieren. Ich erinnere mich noch sehr gut, es leuchtete von weitem ein Weihnachtsbaum, der am Ende des langen Wasserstegs stand. Es lag eine besondere Stille über diesem Ort. Ohne ihn vorher gekannt zu haben, hat mich dieser sofort in den Bann gezogen. Oder vielmehr das Häuschen, welches ich hier energetisch reinigen sollte.

 

Vor ein paar Wochen rief mich eine der beiden Bewohnerinnen an und bat um eine Hausreinigung mit Räucherwerk. Es handelte sich um ein kleines ehemaliges Fischerhäuschen direkt an der großen weiten See. Die beiden Frauen hatten finanziell eine andere Vorstellung und so kam es zunächst zu keinem Termin.

 

Es vergingen einige Tage. Ständig musste ich an das Häuschen denken, es ließ mich nicht los und so rief ich eine der beiden Frauen aus der Wohngemeinschaft an und machte einen Vorschlag, sodass es für beide Seiten möglich war, dass es zu dem Termin kommen konnte. Dankbar wurde das Angebot angenommen und wir vereinbarten einen zeitnahen Termin.

 

Ich fuhr rechtzeitig los, im Gepäck all meine Kräuter, meine gesegnete Feder und viel Räucherkohle. Als ich an diesem Tag am Strand spazieren ging, bestätigte sich das, was ich viele Male zuvor schon wahrgenommen hatte. Eine alte Seemannsgestalt zeigte sich mir in seiner feinstofflichen Form.

 

Dann wurde es Zeit mein Auto am Haus zu parken. Als ich die Auffahrt hinauf fuhr, öffnete sich die Haustür und zwei freundliche Augenpaare begrüßten mich. Bei einer gemeinsamen Tasse Tee erfuhr ich, worum es den beiden Frauen hier ging. Eine der Beiden bewohnte die obere Etage. Hier war eine abgeschlossene Wohnung, nur die Eingangstür benutzte man gemeinsam. Der Weg nach hinten, hinaus zum Strand, ging durch die untere Küche. Hier war ein zentraler Ort und Treffpunkt. Die andere junge Frau bewohnte im unteren Bereich ein Zimmer, welches genau an der Küche angrenzte. Auf der anderen Seite, auch angrenzend zur Küche, gab es noch ein gemeinsames Wohnzimmer von dem wieder ein kleines Zimmer abging, das als Gästezimmer diente.

 

Nun kam es zum Eigentlichen. Die Besitzerin des Hauses vermietet häufig die Gästezimmer, im Ganzen stehen drei zur Verfügung. Dadurch kommt es immer wieder zu einer Unruhe im Haus und oftmals auch zu überraschenden Gästen, die meist von der Vermieterin nicht angemeldet werden. Zudem müssen sich alle die Gemeinschaftsküche und das Badezimmer teilen. Kein wirkliches Ankommen für die Mieterin in der unteren Etage.

 

Nach all den Einzelheiten habe ich erstmal den Bereich in der großen Küche gestärkt. Ich ließ von beiden die Bedürfnisse auf kleine Zettel schreiben, versah das Ganze dann mit einem Symbol und um alles wirken zu lassen, verstärkten wir dies noch mit einem vorhandenen Bergkristall.

 

Nachdem ich vorgeschlagen hatte, mit der Vermieterin eine Regelung zu treffen, erfuhr ich von den bereits gescheiterten Versuchen. Beide sind inzwischen demotiviert und denken an Auszug.

 

Doch so verlockend, dieses süße Fischerhäuschen, direkt am Strand.

 

Von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass ich hier zuerst an den Wurzeln des Hauses arbeiten muss und so fragte ich, ob es einen Keller gibt. Ja, den gab es und er führte vom Badezimmer hinab über eine schmale Holzleiter. Von beiden Frauen erfuhr ich, dass noch keine hinabgestiegen sei. Na wunderbar, dachte ich mir, das ist dann wohl mein Job. Ich stieg hinab in ein kleines, finsteres Kellerloch und bekam einen winzigen Schemel herunter gereicht, auf dem ich während der Räucherung sitzen konnte. Ich hatte mir einen Topf voller Sand vom Strand mitgenommen, auf dem die heiße Kohle glühte. Dann wählte ich das Kraut der Arnikawurzel. Ich dachte hier an den Übergang der alten Seemannsseele. Und so legte ich immer wieder das Kraut auf, sang ein Mantra von dem ich wusste, dass es Seelen hilft den Weg wieder zurückzufinden und war tatsächlich so mutig die Augen zu schließen.

 

Und es veränderte sich, ich spürte es und öffnete wieder meine Augen. Der Keller, der zuvor finster wirkte, strahle hell erleuchtet. Das war ein intensiver Moment. Dann sah ich in den Ritzen der Kellermauer schwarze Käfer, die zu vielen herauskrabbelten. Ich nahm an, dass es sich hier um Kellerasseln handelte. Es war Zeit wieder hinaufzusteigen. Das Fundament war für Neues gefestigt. Was die Krabbeltiere betraf, so waren diese bekannt und hin und wieder wurden auch welche im Erdgeschoss gesichtet.

 

Nun ging es zum Räuchern in das einzelne Zimmer der jungen Frau. Sie liebt dieses Haus aus ganzem Herzen und doch kann sie sich nicht entscheiden zu bleiben. Die Klamotten stehen schon gepackt beisammen. Ich fühle, sie ist die gute Seele des Hauses und so lasse ich die Kräuter ihre Wirkung entfalten, um vielleicht dabei behilflich zu sein, das sie ihre noch nicht gefestigte Entscheidung überdenkt. Ich verräucherte viel Beifuß, um eine Reinigung zu erzielen, dann noch etwas Holziges hinzu, um die Erdung und das Ankommen zu fördern. Besonders auch, um den Platz einzunehmen.

 

Ich versuche möglichst immer das herauszuhören, was mir die Bewohner mitteilen und das was dahinter liegt. Hier ging es um Grenzen setzten, dass nicht mitten in der Nacht neue Gäste plötzlich in der Gemeinschaftsküche eintreten und die gastfreundlichen Bewohner aus dem Schlaf holen. Zumal auch ein ängstlicher Faktor durchaus mitspielt. Hier ist doch mehr Klärungsbedarf mit der Vermieterin erforderlich, da heißt es dann bleiben und nicht davonlaufen. Dann können alle miteinander in Harmonie und Achtsamkeit das Haus bewohnen. Dafür veränderte ich Mithilfe der Kräuter, Harze und Hölzer die Grundstimmung des Hauses. Denn zuvor wohnte hier ein eher zurückgezogener Fischersmann, der glücklich war, wenn er in Ruhe sein Fang räuchern konnte.

 

Im oberen Stockwerk ging es verstärkt um Kräuter, die Reinigung und Licht bringen. Es war alles sehr herzlich eingerichtet und auch die Katze schien sich wohlzufühlen. Doch hier schlummerte etwas anderes. Die spirituellen Kräfte der Frau mittleren Alters. Ich entdeckte ein Harmonium. Ein Tasteninstrument, das einem kleinen Klavier ähnelt, das auf dem Boden stehend gespielt wird und auf dem Bhajans musiziert werden. Bhajans sind heilige Texte aus dem Hinduismus. Sie werden bevorzugt im religiösen Indien in den Tempeln gespielt.

 

Musik, das war genau das Richtige für das noch etwas verunsicherte ehemalige Fischerhäuschen, nachdem die Stimmungen über das Räuchern verändert wurden. Können hier die Klänge noch mehr Entfaltung schenken? Und dann fing die Bewohnerin an zu spielen, Freude zeigte sich in ihrem Gesicht und es ertönte ein heiliger Gesang aus ihrem Inneren. Es schien sehr befreiend. Nun wollte sie wieder mehr spielen und so noch mehr zur Freude und Gemeinschaft des Hauses beitragen.

 

Nach vielen Stunden des Räucherns, des Anhörens der Belange und dem gerecht werden aller Wünsche, wurde es draußen langsam wieder dunkel. Zeit für mich, noch einen weiteren Spaziergang an der See zu machen. Ich ließ mein Auto stehen, ging durch die hintere Gartentür direkt auf den Sandstrand hinaus, runter zum Wasser. Hier lässt es sich gut leben.

 

Als ich zurückkam blickte ich in die Küche. Dort sah ich voller Zufriedenheit die beiden Frauen miteinander lachen, während sie kochten. Beim Eintreten drang ein verführerischer Geruch in meine Nase. Doch ich musste die Einladung zum Essen ablehnen, es wartete noch die Heimfahrt auf mich.

 

Auf der Rückfahrt rief meine Tochter an. Ich erzählte ihr von der energetischen Hausreinigung und ganz besonders von den Kellerasseln, die plötzlich aus dem Mauerwerk krabbelten. Ich hörte sie am anderen Ende sagen:“ Oh Mama, das ist ja voll die Horrorgeschichte mit garantierten Gruseleffekt.“ Wir lachten beide laut und ich hoffte nur im Stillen, keinen Alptraum davon zu bekommen.

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